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DojoTour - Zu Gast im Kuroi Tora Dojo Elsterwerda


Am 24.10.2018 ging es im Rahmen der DOJOTOUR nach Brandenburg, genauer nach Elsterwerda, ins KUROI TORA DOJO unter Leitung von Thomas Stolz. Dirk und Thomas kennen sich seit den 90ern - ein guter Grund, sein Dojo im Rahmen der Tour einmal persönlich zu besuchen. Hierbei handelte es sich inzwischen um den 6. TourTermin.

 

 

Elsterwerda liegt von Leipzig aus etwa 1,5 Fahrtstunden weit weg, also keine allzugroße Entfernung. Die Strecke führte hauptsächlich über Bundesstraßen und dies zog sich. Der eingeplante halbstündige Zeitpuffer (Dirk hatte vorher noch Termine) schmolz bereits in Leipzigs Baustellen-Chaos auf ein Minimum dahin. Das "i"-Tüpfelchen bildete schlussendlich innerorts 300 m vorm Ziel  ein Bahnübergang, der mit seinen länger herabgelassenen Schranken dafür sorgte, dass Dirk genau zu Trainingsbeginn im Elsterwerdaer Dojo ankam und damit den Start des Trainings verpasste.

Trainingsimpressionen

Das Erwachsenen-Training startete pünktlich um 18:30 Uhr. Im Dojo angekommen hieß es also, schnell umziehen und ab auf die Matte.

Die Erwärmung bereits verpasst, begann für Dirk das Taijutsu-Training mit der Anwendung von YOKO NAGARE als TAISABAKI-Form gegen einen horizontalen Schnitt mit dem KODACHI (Kurzschwert). Darauf aufbauend folgte die Erweiterung des Angriffs mit nachgesetztem TSUKI zur Körpermitte, welcher vom Verteidiger mittels Block und GYAKU TSUKI gekontert wurde. Als nächste Variation folgte die Anwendung von MUSO DORI und GANSEKI NAGE. Später kam im Verlauf des ersten Trainingsabschnitts noch die KUSARI FUNDO zum Einsatz.

 

Hinweis auf Besuch
Hinweis am "Schwarzen Brett"

Im zweiten Abschnitt des Trainings wechselte der Angriff zu DAI SHOMEN GIRI mit dem SHINAI, dem es zuerst mit TAISABAKI auszuweichen galt. In Fortführung der Übung musste der Angreifer zu Boden gebracht und entwaffnet werden. Diese letzte Übung wurde abschließend mit einem KATANA trainiert.

 

Eine besondere Trainingsatmosphäre erzeugte die punktuelle Beleuchtung des Dojo mit Spots, welche im krassen Gegensatz zur sonst üblichen Hallenbeleuchtung stand. Für die Video-Aufnahmen gerade ausreichend, verzichtete Dirk auf Extra-Licht, um diese Atmosphäre einzufangen. Im folgenden Video-Beitrag kannst Du Dir eine Zusammenfassung und ein kurzes Fazit von Dirk ansehen...

 



Viel Platz für viele Möglichkeiten - Fakten zum Dojo

Der 1990 gegründete Kampfsportverein verfügt im Gebäude über 3 Dojo-Räume, die sich allesamt inklusive der Umkleide in der ersten Etage befinden.

 

Dojo 1 - Kampfkunsttraining

Nachdem im Korridor der ersten Etage die Straßenschuhe abgelegt wurden, gelangt man über die Umkleide ins Hauptdojo. Es handelt sich hierbei um einen langgezogenen Raum, der durch 4 Säulen geteilt wird. Trotz Teilung bietet der Raum genügend Platz für ein ungehindertes Training.

 

Blick ins Hauptdojo
Blick ins Dojo

Neben der klassischen Ausstattung mit Mattenfläche und Haltern für Übungswaffen, finden sich an den Deckenträgern mehrere Aufhängungen für Sandsäcke u.ä. und im hinteren Bereich diverse Elemente für ein Klettertraining.

 

Besonders hervorheben möchte ich die Integration der Tokonoma bzw. des Kamiza im Dojo. Selbiger befindet sich eingelassen in einer Nische des Dojo, dessen Raum darüber hinaus mit Sitzgelegenheiten und einem Tisch ausgestattet ist und für Gespräche genutzt werden kann.

 

Dojo 2 - Taiko

 

Dojo 3 - Bogenschießen

In Dojo 3 befindet sich ein Indoor-Bogenschießstand. Desweiteren kann hier auf eine mobile Wand das Werfen von Shuriken trainiert werden.

 

Außengelände

Das Außengelände umfasst etwa 8.000 qm Fläche. Neben dem vereinseigenen Parkplatz, bietet das Areal verschiedene Möglichkeiten für's Vereinsleben und Training im Freien. Während des Besuches war es leider schon dunkel und so konnte Dirk bei der kleinen Führung - an dieser Stelle herzlichen Dank an Matthias - die einzelnen Bereiche nur im Schein einer Taschenlampe betrachten.

Ersichtlich war aber, dass für das Training im Freien genügend Fläche vorhanden ist. Spezielle Spots bilden hierbei der Outdoor-Bogenschießstand, ein Kletterparkour mit "Mutsprung", Makiwara-Training und ein "Camp".

 

Freigelände
Foto: Kuroi Tora Dojo

Shidoshi-Garten
Foto: Kuroi Tora Dojo

Für Zeremonien, wie zum Beispiel den SAKKI-Test (der von Thomas Stolz abgenommen werden darf), gibt es auf dem Grundstück einen kleinen Garten - KURO OBI NIWA (Schwarzgurt-Garten) genannt.

 

In diesem abgetrennten und umzäunten Garten darf jeder Schwarzgurt freiwillig die Patenschaft für einen hier wachsenden Kirschbaum übernehmen.

 


 

Alles in allem sieht man, das hier über die Jahre mit viel Herzblut versucht wurde, ein ansprechendes Dojo mit abwechslungsreichen Trainingsmöglichkeiten und Attraktionen für ein familiäres Vereinsleben zu schaffen.

Noch ein paar Fragen an Thomas

Im Gespräch
Dirk im Gespräch mit Thomas (Foto: Nicole Berghäuser)

DIRK: Wie lange trainierst Du schon?

THOMAS: Ich trainiere seit meinem 6. Lebensjahr Kampfsport (das sind jetzt 44 Jahre). Mit Judo begonnen, über das Shotokan Karate bin ich zum Ninjutsu gekommen.

 

DIRK: Mein Weg führte mich ebenfalls über Judo und Shotokan Karate. Wie hast Du selbst zum Ninjutsu / Bujinkan gefunden?

THOMAS: Wie bereits gesagt, komme ich aus dem Karate. Während meiner Militärzeit war ich Nahkampf- und Taktik-Ausbilder. In der Freizeit habe ich viel gelesen, und so auch eine Jugendzeitschrift namens "Neues Leben". Darin wurden eines Tages viele Kampfsportarten vorgestellt und zwei Monate vor dem Mauerfall stand da etwas über das Ninjutsu. Das hat mich begeistert. Dann kam die Wende und ich suchte mir sofort einen Trainer und das Training begann - drei mal die Woche, aller 14 Tage auf einem Seminar und jedes Jahr auf dem TaiKai in Europa.

 

DIRK: Warst Du schon einmal in Japan an der Quelle trainieren?

THOMAS: Ich war schon öfters in Japan. Nächstes Jahr fliege ich für eine längere persönliche Reise auf die Insel.

 

DIRK: Wie kann ich Euch als interessierter Neuling finden bzw. welche Kanäle nutzt Ihr, um auf Euch aufmerksam zu machen?

THOMAS: Unser Verein besitzt eine eigene Internetseite unter www.kuroi-tora.de. Aktuell befindet sich diese aber in Überarbeitung. In den sozialen Medien sind wir auf Facebook aktiv und Rico, einer unserer Trainer, betreut unseren Instagram-Account. Darüber hinaus sind wir lokal gut vernetzt.

 

DIRK: Gibt es Probetrainings und wie läuft es damit bei Euch?

THOMAS: Jeder kann sich zum Probetraining anmelden und darf dann 3 bis 4 Einheiten kostenfrei mittrainieren. Eine Entscheidung bezüglich Anmeldung wird dann von Beiden getroffen, vom Teilnehmer und vom Trainer.

 

DIRK: Hast Du noch irgendein Statement, welches Du aus Erfahrung heraus den Neueinsteigern und Ninpo Ralph-Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

THOMAS: Ninjutsu setzt sich aus dem Kanji "Geduld" zusammen, und das ist es, was ihr braucht und erlernt beim Ninjutsu. Geduld zu haben und zu lernen. Dinge zu erkennen, um das große Ganze zu verstehen. Geht beharrlich den Weg des Ninjutsu.

 

DIRK: Vielen Dank für Deine Einladung und für das kleine Interview.

Du fühlst Dich angesprochen?

Im Verein, zu dem das Dojo gehört, sind aktuell etwa 130 Mitglieder gemeldet. Neben Bujinkan Budo Taijutsu haben sie die Möglichkeit auch Bogenschießen, Taiko-Trommeln und Survival-Techniken zu erlernen.

 

Das Training erfolgt in verschiedenen Altersgruppen, wobei die Jüngsten (Trainingsgruppe "Flinke Pfötchen") 3-6 Jahre alt sind. Ferner bietet das Dojo Kindertraining für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie Erwachsenen-Training an. Interessierte haben die Möglichkeit zum kostenfreien Probetraining. Um vorherige Anmeldung wird allerdings gebeten.

 

Das Dojo selbst hat über das normale Training hinaus verschiedene Veranstaltungsreihen im Programm. Den Älteren dürfte vielleicht noch die "TorTour" (gibt es in diesem Format nicht mehr) ein Begriff sein, wo auch externe Teilnehmer dabei sein konnten. Trainingscamps in den Ferien unter wechselndem Motto, runden das Programm ab. Erwähnen möchte ich hier das NinjaCamp, welches alljährlich in den Oktoberferien stattfindet und während des Besuchs von Dirk gerade lief. Dies ist immer mit einem bestimmten Thema ausgerichtet. Dieses Jahr lief es unter „Digital unterwegs“. In den vergangenen Jahren waren einige der Themen „Feuer“ – „Natur“ – „Nahrung“ und weitere.

 

Liegt das Dojo in Deinem Einzugsgebiet und Du möchtest Dir ein eigenes Bild vom Training machen, findest Du die Kontaktdaten inklusive Trainingszeiten in meiner Dojo-Liste.

 


NINPO RALPH DOJOTOUR 2018

Alle Berichte bisheriger DOJOTOUR-Besuche ...

 

[2018-11-01] Bujinkan Dojo Köthen

[2018-10-24] Kuroi Tora Kampfkunstverein e.V. Elsterwerda

[2018-09-20] Bujinkan Dojo Tamonten Yamashiro Hamburg

[2018-09-19] Randori Society e.V. Bohmte

[2018-06-22] Bujinkan Dojo Rostock

[2018-06-20] Bujinkan Shugendo Dojo Rostock

[2018-06-08] Bujinkan Dojo Ilmenau e.V.