Umgang mit langen Seilwaffen


Eine Seilschlinge werfen

Traditionell stammt diese Technik aus dem Umgang mit der KYOKETSU SHOGE oder der KUSARI GAMA und konnte angewendet werden, wenn der Kontrahent das freischwingende oder geschleuderte Ende fing und festhielt. Aus heutiger Sicht haben derlei Waffen natürlich keine Bedeutung mehr, allerdings trainieren Sie das Verständnis für den Umgang mit flexiblen Gegenständen zur Verteidigung.

 

Wie es im Prinzip funktioniert

Der Kontrahent fängt ein Seilende (A) und hält es fest.

 

Strafft das Seil, um beim Gegner eine Reaktion auszulösen, wo er dagegen hält und ebenfalls am Seil zieht (B).

 

Werft nun eine vertikale Schlaufe in das Seil, die am Seil entlang nach vorne in Richtung Gegner läuft (C und D).

 

Beachtet dabei, nicht genau auf die festhaltende Hand zu zielen, sondern außen daran vorbei. Auf diese Weise kreuzt sich das Seil mit der Schlinge auf Höhe der gegnerischen Hand (E).

 

Kippt die Schlaufe nun durch eine einwärtige Armbewegung und entsprechender Körperarbeit über die greifende Hand des Kontrahenten (F).

 

Ist es euch geglückt, zieht sofort an eurem Ende des Seils und macht damit die Schlinge zu (G und H).

 

WICHTIG: Hierbei nicht in die gleiche Richtung ziehen, aus der ihr die Schlinge geworfen habt. Die Gefahr ist groß, das damit die Schlinge wieder vom Handgelenk / Arm gezogen wird.

 

Nutzt anschließend TAIHENJUTSU in verschiedene Richtungen, um den Kontrahent entsprechend zu lenken und zu beschäftigen, bzw. Zuglast auf der Schlinge zu halten.

 

Je nach seinen Reaktionen kann er nun weiter "eingewickelt" oder mit eurer Primärwaffe kontrolliert werden.

 


 

HINWEIS!

Bei dieser Schlinge handelt es sich lediglich um einen einfachen Knoten und der Kontrahent steckt nur in einer Bucht fest. Lässt der Gegner sein Ende des Seils los, hält der Knoten je nach Material des Seils und Untergrund (Ärmelstoff, Haut, etc.) durch Reibung mehr oder weniger gut. Als Verteidiger solltet ihr euch also nicht zuviel Zeit mit eurer Nachfolgetechnik lassen. Das ist vorallem der Fall, wenn der Gegner das Seilende mit nur einer Hand gefangen hält. Hier befindet sich sein Seilende unmittelbar hinterm Knoten und ein Lösen der Schlinge ist dann für ihn relativ einfach.

 

Beim Training mit einer historischen Waffe (adäquat das entsprechende Trainingsgerät), wie dem KYOKETSU SHOGE oder der KUSARI GAMA besteht diese Gefahr nicht zwingend, da sich am Ende entweder ein Ring oder ein Gewicht befindet, welches nicht einfach durch die Armschlaufe rutschen kann.

 

Im folgenden Video auf meinem Kanal, könnt ihr die Technik auch noch einmal Schritt für Schritt sehen...



 

Vermutlich wird es nie zu einem solchen Szenario kommen, wo diese Technik angewendet werden kann. Da es in der heutigen Zeit eher unüblich ist, mit einem Seil herumzulaufen, bzw. gibt es nicht viele Orte, wo gerade Eines griffbereit wäre. Denkbar sind allerdings Bereiche, wo mit Kletterseilen hantiert wird, auf Booten (Takelage) oder im Outdoor-Bereich.

 

Darüber hinaus ist die Technik sehr störanfällig und in einer Verteidigungssituation geht es etwas rauher zu, als in einer kontrollierten Trainingsumgebung. Die gezeigte Übung vermittelt hier also eher das Wurfprinzip, anstatt einer echten Verteidigungstechnik.

 

Aus meiner Sicht bietet sich diese Technik aber wunderbar für eine Show an, wo einem interessierten Publikum, alte historische Ninja-Waffen und deren Umgang präsentiert werden.

 


HINWEIS:

Alle erklärten und gezeigten Bewegungen und Techniken dienen der Information und stellen keine Aufforderung dar zum Nachmachen. Versuchst Du dennoch das hier Beschriebene nachzumachen, geschieht dies auf Deine eigene Gefahr hin.

Der Autor und NINPO RALPH lehnen jede Haftung bei Schäden, Verletzungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen ab.