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DojoTour - Zu Gast im Bujinkan Dojo Tamonten Yamashiro Hamburg


Einen Tag nach Bohmte (Niedersachsen) ging es Vormittag weiter nach Hamburg. Mittags stand ein Treffen auf dem Plan, zu dem es später noch einen Beitrag geben wird. Abends war Dirk beim 5. Termin seiner DOJOTOUR 2018 zum Training bei Fernando Reyes im BUJINKAN DOJO TAMONTEN YAMASHIRO verabredet.

Nach dem Mittagstermin fuhr Dirk schon in Richtung Dojo, da bereits vorgewarnt, Parkplätze in der Gegend Mangelware sind und das Dojo selbst über keine eigenen Parkplätze verfügt. Fünf Straßen weiter wurde eine passende Lücke gefunden und nun hieß es, die Restzeit zu verbringen...

Die Gegend machte den Eindruck eines Szeneviertels und wirkte bunt und vielfältig. Das Dojo war schnell gefunden, als Auswärtiger schien es jedoch sinnvoll, hier eher mit dem Rad oder den Öffis unterwegs zu sein. Die Räume selbst befinden sich im Hintergebäude auf einem Hof, was aber gut ausgeschildert war. Hierzu muss man wissen, dass das Bujinkan Dojo im Aikido Taiji Verein eingemietet ist, das findet man aber auf der Website vermerkt.

 

Fotos vom Dojo: Fernando Reyes

Im Dojo angekommen, Fernando wartete schon, war noch reichlich Zeit für Gespräche. Hierbei entstand auch ein Interview, welches Du weiter unten nachlesen kannst. Plötzlich stand Fernando auf und kramte aus einem "Waffen-Blumentopf" - wer seine Kanäle verfolgt, wird wissen, dass im Dojo kürzlich die Halterung der Übungswaffen von der Wand gefallen ist - ein SHOGE aus schwarzem Polycarbonat mit großem Gummiring am anderen Ende hervor und legte es auf die Matte.

Es machte nicht *klick* bei mir... dabei hatte ich doch eben jenes SHOGE im November 2012 via Facebook-Aktion auf meinem Kanal verschenkt und Fernando war der glückliche Gewinner gewesen.

 

Shoge aus Polycarbonat
Shoge der Facebook-Aktion

Benedikt, einer von Fernandos Schülern, ergriff das SHOGE und übte etwas damit. Aus dem Augenwinkel beobachtent wusste ich, hier ist mein ehemaliger SHOGE-Prototyp in guten Händen... :)

 



Zeit für Training

Nach und nach kamen die Teilnehmer ins Dojo und die Trainingseinheit konnte starten. Das Training begann mit UKEMI, genauer mit ZENPO KAITEN, HICHO KAITEN und OTEN, ferner etwas DAKENTAIJUTSU mit ZENPO GERI ohne und mit Partner als Widerstand. Nach der kurzen Erwärmung übernahm Fernando das Training. Wir starteten im Hauptteil mit URA GAYKU/HON GYAKU aus Festhalte am Revers, gingen über zum Verteidigungsansatz bei geraden Schlägen in Kombination und wechselten dann zur ICHIMONJI NO KATA in einer KENJUTSU-Variante. Im letzten Teil des Training beschäftigten wir uns mit MUTO DORI-Techniken gegen Angriffe mit dem Schwert. Dirk hat lange nicht mehr mit dem Bokken oder Schwert trainiert, von daher war dieses Training ein willkommener Wiedereinstieg in die Materie.

 

Angriff Kyusho-Punkt

Die letzte MUTO DORI-Anwendung barg allerdings einen kleinen persönlichen "Wow"-Effekt, denn hier wurde der Angreifer mittels eines KYUSHO-Punktes an der Nase kontrolliert zu Boden gebracht. Ein sehr wirkungsvoller und schmerzhafter Punkt, wenn er korrekt benutzt wird.

 

Getreu dem Motto: "Erkenntnis durch Selbsterfahrung", hat sich Dirk den Punkt gleich 2mal persönlich zeigen lassen... ;)

 


 

Nach dem Training stand die Frage im Raum, noch gemeinsam Essen zu gehen. Da Dirk am nächsten Tag jedoch noch Projekte, sowie einen langen Heimweg (durchsetzt mit Autobahnbaustellen) hatte, ging es zumindest für ihn direkt zum Auto und anschließend Richtung Heimat.

 

Im Fazit war es ein sehr schönes Training in einer familiären Umgebung. Jeder half Jedem und zum Abschluß bedankte sich auch Jeder bei Jedem für das Training. Schmunzeln musste ich, weil auch hier mit URA GYAKU/HON GYAKU begonnen wurde, wie schon bei René Welz am Tag zuvor. Für Dirk war es quasi die Fortführung des Trainings vom Vortag.

 

Am Rande erwähnt sei auch noch eine kleine Episode, die sich im Laufe des späten Nachmittags an Dirks Auto abspielte. Er war gerade dabei, seine Sachen für das Training aus dem Kofferraum zu holen, als gerade eine Mutti mit Ihrer Tochter nach Hause kam und beide zum Hauseingang neben dem geparkten Fahrzeug liefen. Ihre Tochter war sehr neugierig und wollte schauen, was da dieser "Mann" aus dem Kofferraum holt. Mit einem Ohr war der Spruch der Mutter zu hören: "Lass den Ninja!" ... :D ... dazu musst Du wissen, das Dirk am Fahrzeug eine große Werbung für meinen YouTube-Kanal auf der Seite kleben hat und das Fahrzeug dort etwa für 8 Stunden geparkt war. Es war vermutlich also genug Zeit und eine Portion Neugier vorhanden gewesen, den Kanal anzusehen ... Ziel fast erreicht, möchte ich sagen.

 

Fragen an Fernando Reyes zum Dojo, zum Training und zu ihm selbst

Gut eine Stunde vor offiziellem Trainingsbeginn war wieder etwas Zeit für ein Interview mit dem Dojo-Leiter. In einem entspannten Gespräch, auf der TATAMI sitzend, beantwortete Fernando Reyes die Fragen von Dirk zum Dojo, zum Training und zu seinem Kampfkunst-Background.

 

DIRK: Seit wann gibt es Euer Dojo?

FERNANDO: Unser Dojo gibt es seit 2011. Zu diesem Zeitpunkt wurde es gegründet und wir haben in einem alten Klassenzimmer begonnen. Der Klassenraum wurde in der Schule nicht mehr genutzt und der Hausmeister, er war mit mir verbandelt, stellte uns alte Schulturnmatten bereit, und so fing es dann an.

 

DIRK: Ihr musstet also nicht jedes Mal die Schulbänke wegräumen?

FERNANDO: Genau, das Klassenzimmer war frei. Das Schöne daran, es hatte hinten so einen kleinen Abstellraum, da konnten wir unsere ganzen Bokuto abstellen.

2 Jahre später habe ich mich bei einem Verein beworben, ob man dort als Sparte aufgenommen werden kann. Klassischer Hamburger Sportverein mit Fußball als Fokus, dann Tennis und Hockey, da waren wir Exot und sie haben uns tatsächlich gerne aufgenommen.

Sie haben uns supertoll unterstützt und wir haben dort eine Weile trainiert. Problematisch war dort allerdings die Sache mit den Sommerferien, bzw. mit den Ferien insgesamt, vorrangig aber die Sommerferien. Es gab hier dann immer 6 Wochen Pause! Das wollten meine Schüler nicht und ich auch nicht. Ich kannte das so auch nicht. Und so führte es dazu, dass wir als Untermieter beim "Aikido Taiji Verein Hamburg" unterkamen. Hier sind wir nun seit 2014.

 

DIRK: Seid Ihr da einem Verein angeschlossen?

FERNANDO: Nein, wir sind keinem Verein angeschlossen.

 

DIRK: Wie groß ist Eure Gruppe und wie viele Mitglieder trainieren bei Euch?

FERNANDO: Also es sind 14 Mitglieder gemeldet. Es gibt da natürlich auch einige "Kartei-Leichen", aber in der Regel sind es zwischen 4 und 6 Teilnehmer die regelmäßig trainieren und mit Ernsthaftigkeit dabei sind.

 

DIRK: Bietet Ihr über das NINJUTSU-Training hinaus noch andere Kurse an?

FERNANDO: Nein, das tun wir nicht. Das BUJINKAN BUDO TAIJUTSU kann man auf vielerlei Art interpretieren - Brauchtumspflege, NINJA spielen - so als Beispiele, warum einige damit angefangen haben. Ich sehe es gern als Weg, Bewegungslehre, als Kampfkunst und empfinde es daher als schwierig - vorallem auch nach den Ereignissen in Köln, wo dann plötzlich Selbstverteidigungskurse aus dem Boden sprießten - da gehört mehr dazu als unser Training. Da gehört viel soziales Wissen, auch psychologisches Wissen dazu, um Selbstverteidigungsszenarien tatsächlich real darzustellen - das ist sowieso schwierig!
Ein Shihan meinte einmal: "Man kann keinen realen Angriff faken!", das fand ich sehr gut. Man kann nicht in ein Dojo oder Selbstverteidigungskurs gehen und sagen: "Mach jetzt einen echten Angriff der mich umhaut!" oder "Mach einen Angriff mit der Intention, mich zu töten!", um es mal auf den höchsten Punkt zu bringen, oder den niedrigsten - je nachdem, aus welcher Warte man es sieht. Man hat mich mal darauf angesprochen, ob ich darauf Lust habe für Frauen einen Frauenselbstverteidigungskurs anzubieten, aber dazu bin ich nicht qualifiziert genug und da muss man tatsächlich auch ehrlich sein und sagen, nein danke!

 

DIRK: Kommen wir nun zu den Fragen, die für Anfänger interessant sind. Stellen wir uns vor, ich bin neu hier und bin interessiert, über welche Kanäle kann ich Euch finden, bzw. welche Kanäle nutzt Ihr, damit man Euch finden kann?

FERNANDO:Unser Dojo ist vertreten mit einer eigenen Website, also www.tamonten-yamashiro.de. Dann auf Facebook, da haben wir eine Seite. Twitter, das wird allerdings etwas vernachlässigt, aber der Kanal ist verlinkt mit Facebook, so dass, wenn ich etwas auf Facebook schreibe, es auch gleich bei Twitter erscheint. Die Nutzung von Instagram war noch eine Idee, aber das nutze ich mehr privat. Wer uns finden möchte, kann das über unsere Website oder eben über Facebook.

 

DIRK: Habt Ihr Flyer?

FERNANDO: Hatten wir mal, machen wir auch in unregelmäßigen Abständen hier bei uns auf der Ecke. Macht auch Sinn, da wir hier in Hamburg, verglichen mit Berlin, recht wenige Dojo haben für eine Großstadt. Nichtsdesotrotz sind die Dojo aber in der Stadt gut verteilt, dass, wenn man in Harburg lebt, eher nach Harburg fährt; wenn man in Barmbek lebt, zu Ricardo geht; wenn man eher in Elmsbüttel wohnt und auch eher in Reality-Fight-Szenarien ein Training sucht, was unabhängig vom BUJINKAN agiert, geht man halt zu Charlie; und hier in Altona gibt es eben uns.

 

DIRK: Werden bei Euch verschiedene Trainingsgruppen angeboten, also habt Ihr zum Beispiel Kindertraining?

FERNANDO: Nein, haben wir nicht. Ich fühle mich für Kindertraining auch nicht qualifiziert genug als Pädagoge, denn bei Kindern gehört mehr dazu, als reine Technik zu zeigen. Da gehört eine genügende Portion Feingefühl dazu, auch bei der Arbeit mit Jugendlichen, und vorallem Geduld. Ferner sind wir alle berufstätig und können Kindertraining nicht früh genug anbieten...
Wir haben eine reine Erwachsenengruppe und trennen hier nicht zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen. Dafür ist einerseits unsere Gruppe zu klein und andererseits kommen wir auch immer wieder zu den Basics zurück.
 

DIRK: Wie ist das bei Euch mit Probe- oder Schnuppertrainings? Wie viel, wenn ja?

FERNANDO: Worauf ich schon bestehe ist, dass sich die Leute anmelden, und wenn sie sich anmelden und kommen, auch Trainingssachen dabei haben. Anmelden und nur zusehen geht nicht! Das habe ich von meinem letzten Trainer Ricardo übernommen.
Also man meldet sich an und dann kann man 2-4 Probetrainings mitmachen. Ich bin da auch kein Geldgeier und schaue genau auf die Anzahl der teilgenommenen Probetrainings. Nach dem zweiten sollte er vielleicht eine Absichtserklärung abgeben und wenn es das Vierte oder Fünfte ist, da bekommt man selbst auch ein Bild, wie die Personen so drauf sind. Wenn es den Neuen gefällt, kommen sie meist auch selbst auf mich zu und fragen nach, wie es weitergeht.

 

DIRK: Wie lange trainierst Du schon?

FERNANDO: Angefangen habe ich 2003. Ich habe angefangen bei Charlie Schacht in der NINJUTSU-Akademie. Das war dann auch die Zeit, wo es los ging mit Internet-Foren, wo man sich besser informieren konnte - was auch wichtig war.
Ich habe vorher 20 Jahre im Tischtennis-Verein gespielt und nach der erfolgreichsten Saison meines Lebens dachte ich mir, jetzt bist Du 28 und kannst einmal etwas anderes anfangen. Als ich in der 7. Klasse war, hat mir mal einer aus Geldnot 3 Bücher verkauft von Stephen Hayes. Und klar, das war auch die Zeit von Privatfernsehen, als es anfing mit "American Fighter" und Michael Dudikoff. Meine Eltern hatten hier aber das letzte Wort.
2003 überlegte ich ... Es hätte auch Schach werden können, aber meine Frau hatte Lust auf einen Film - Last Samurai - und da dachte ich, fang mit Iaido an. Das habe ich mir dann angesehen und empfand es als zu theoretisch. Was jetzt nicht schlecht ist und nichts Wertendes, aber es hatte mich eben nicht angesprochen. Ich gab dann in der Suchmaschine "Ninjutsu" ein und es kam fast nur "Bujinkan". Ich dachte mir, was ist das und habe bei Charlie angefangen. 2 Jahre später habe ich weiter gegoogelt und stieß auf Einen, dessen Forenname war "Kennin".

DIRK: *grinst*

FERNANDO: Wenn Du grinst, kennst Du ihn vielleicht?

DIRK: Achim Steigert.

FERNANDO: Ja genau, Achim Steigert... und Achim hat dann gesagt: "Ohne es werten zu wollen, aber das Dojo gehört nicht zum BUJINKAN. Wenn Du echtes Training im BUJINKAN haben möchtest, gibt es ein Dojo in Buchholz." ...und so bin ich dann in Buchholz gelandet. Es war plötzlich ein ganz anderes Training. Ich brauchte dann eine Weile, um mich anzupassen. 2007 kam dann Ricardo, der damals Schüler von Holger Kunzmann gewesen ist, nach Hamburg, bzw. ist nach Hamburg gezogen und hat in Buchholz angefangen. Und ich war fasziniert, auch hier ohne Wertung zu Buchholz, wie sauber und clean sich Ricardo bewegt hat, dass ich eigentlich immer nur mit ihm trainieren wollte. Was für ihn blöd gewesen ist, denn er war damals glaube 3. Dan und ich 6. Kyu ... ich war angetan. Also man würde, glaube ich, sagen, wenn es eine Frau gewesen wäre, ich hätte ihn "gestalkt"... *lachen*
Irgendwann kam dann der Wunsch, ich möchte in Hamburg ein eigenes Dojo eröffnen, das war so 2008. Mit den Leuten in Buchholz bin ich auch immer noch super befreundet. Vorallem auch mit dem Dojo-Leiter Thomas Busch, aber Du musst auch sehen ohne Führerschein und Auto ist Buchholz schon eine Dreiviertelstunde weg, vorallem Abends. Ich habe dann bis 2011 trainiert, und 2011 trennten wir uns. Mein Mentor Thomas Heidenreich aus Osnabrück hat mich dahingehend auch immer unterstützt. Eigentlich tut er das, seitdem ich aktiv bin. Aus Zeichen meines Respekts, habe ich meinen Dojo-Namen an seinen angelehnt, ohne daß wir jetzt einen "Dojo-Verbund" per se bilden.

 

DIRK: Damit hast Du meine nächste Frage, wie Du zum BUJINKAN gefunden hast, quasi schon beantwort. Komme ich also gleich zur nächsten Frage, ob Du einen Lieblingsbereich oder -thema im Training hast. Es gibt ja im BUJINKAN verschiedene Bereiche, was ist so für Dich das Highlight im Training?

FERNANDO: Das Highlight ist für mich tatsächlich das Ganzheitliche. Das man es also nicht einfach auf eine Sache herunterbricht wie, wir machen nur Schwert, wir machen nur Stock... demzufolge ist also alles ein großes Highlight für mich. Ich denke, es ist wie das Lesen eines Buchklassikers. Also wenn Du mich jetzt fragst, was ich von Goethes "Faust" halte bzw. interpretiere, im Vergleich zu damals in der Schule, wie ich ihn lesen und verstehen musste, dann würde ich auch sagen, 2003 war Schwert das Schönste für mich. Hättest Du mich jetzt 2008 gefragt, wäre meine Antwort "Taijutsu - reines Taijutsu, keine Waffen!" gewesen. Jetzt, wo ich hier stehe, kann ich es nur mit dem Ganzheitlichen beantworten, da sich das entwickelt. Natürlich ist die Basis immer Taijutsu, ohne das Dir auch die Waffe nichts nützt, aber es sticht nichts heraus. Vielleicht Schwert, weil es ein Steckenpferd von mir im Training ist, aber es gibt defacto nichts was hervorsticht.

 

DIRK: Hast Du das Gefühl, dass sich bei Dir etwas bzw. Du Dich durch das Training verändert hast?

FERNANDO: Meine Frau würde dem jetzt widersprechen, wenn ich sage, ich bin Geduldiger geworden, aber ja, ich sehe Einiges schon gelassener. Mein Lehrer Thomas Heidenreich hat mir öfters gesagt, wenn ich mich aufgeregt habe, "Entspann Dich! Rege Dich nicht über Sachen auf, die Du nicht ändern kannst.".
Es hat mich irgendwo fokussiert! Ziel war tatsächlich mal nach Japan zu fliegen. Ich habe eine Weile so gelebt, dass, wenn ich ein Ziel erreicht hatte, es mich nicht mehr interessiert hat, was ich da gemacht habe.
Und hatte Angst, dass mir das bei meiner Japan-Reise ebenfalls passiert, zumal Ricardo von einigen seiner Schüler berichtete, die nach ihrem Japan-Trip einfach mit dem Training aufgehört hatten. Aus welchen Gründen auch immer. Ich war dieses Jahr nun das erste Mal da und es hat mich noch mehr gepackt.
Ich fühle mich fokussierter.

 

DIRK: "Warst Du schon einmal in Japan?" *lacht* ... können wir damit überspringen. Das ist Dein NINJA-Sinn.

FERNANDO:  *lacht* ... Der Fragen-Sakki-Test!

 

DIRK: Meine nächste Frage bezieht sich darauf, ob Du Deine im Training erworbenen Fähigkeiten schon einmal anwenden musstest?

FERNANDO:Ja, aber nicht so, wie man es sich klassisch vorstellt. Es war also keine Schlägerei oder ähnliches. Hinter jedem Mann steht eine starke Frau... und es war so, dass ich mit dem Fahrrad ziemlich schnell unterwegs war, bin in eine Einbahnstraße hineingefahren und hatte die Kamera meiner Frau im Rucksack. Plötzlich kam ein Auto auf mich zugefahren und ich wollte von der Fahrbahn auf den Gehweg. Irgendwie verhakte sich dabei mein Rad und ich bin über den Lenker geflogen. Jeder der lange genug im BUJINKAN dabei ist, sollte wissen, wie wichtig UKEMI ist. Viel wichtiger ist aber, dass man UKEMI kontrolliert. Ich hätte mich ohne Probleme abrollen können, aber im Flug daran zu denken, dass es großen Ärger mit Deiner Frau gibt, wenn die Kamera kaputt geht, und dann so abzurollen, das Alles heil bleibt, das war eine Situation, wo ich meine erworbenen Fähigkeiten anwenden musste.
Handgreifliche Situationen gab es zum Glück bisher nicht. Das ist ja auch ein Punkt, was unser Training ausmacht, ohne jetzt zu philosophieren, also keine Konfrontation suchen. Wie hat Sensei einmal gesagt: "Ihr sollt so kämpfen, leben, arbeiten, dass ihr später zu eurer Familie nach Hause könnt."

 

DIRK: Damit sind wir bei meiner letzten und wichtigsten Frage... :)
Hast Du noch irgendein Statement, was Du den NINPO RALPH-Lesern und Zuschauern mit auf den Weg geben möchtest?

FERNANDO: Ich kann nur anraten, macht immer weiter! Eigentlich ist es schön als Anfänger, weil man aktiv seine Fortschritte sieht und wenn dein Trainer oder Lehrer zu Dir kommt und sagt: "He, das war jetzt richtig gut im Vergleich zu dem, was Du vor 6 Monaten gemacht hast!". Irgendwann kommt dann aber ein Punkt, wo Du zwar nicht stagnierst, aber die Fortschritte nur noch minimal zu sehen sind. Das ist dann ein Punkt, da stellt sich schnell Frust ein, weil man denkt, man ist jetzt schon so lange dabei. Das Denken in der westlichen Welt ist oft so "Ich investiere Zeit, also muss dabei auch etwas herauskommen!". Man kann aber nicht sagen, in einem Jahr bin ich Shodan, in drei Jahren bin ich Godan, das ist es nicht. Klar, man kann so durch die Welt gehen, aber das Geheimnis von Sensei's Budo erschließt sich meines erachtens tatsächlich mit dem Laufe der Zeit. Und das erreicht man nur, wenn man stetig weiterarbeitet.
Geht mit offenen Geist heran. Das halte ich für besonders wichtig für Neuanfänger und Leute, die Quereinsteiger sind. Bruce Lee hat das ja auch schon gesagt: "Empty your mind, be formless. Shapeless, like water. If you put water into a cup, it becomes the cup. You put water into a bottle and it becomes the bottle. You put it in a teapot, it becomes the teapot. Now, water can flow or it can crash. Be water, my friend.". Geht mit offenem Geist ins Training und habt nicht schon irgendwelche "Aber" oder "Wenns", denn dann ist man schon festgefahren", sondern trainiert. Antworten kommen später und lest das Buch vom Anfang bis zum Ende und fangt nicht irgendwo in der Mitte oder am Ende an.

 

DIRK: Ich danke Dir für Deine Zeit.

 

Du fühlst Dich vom Dojo angesprochen?

Die Räumlichkeiten des Vereins Aikido Taiji Hamburg befinden sich in der ersten Etage. Das Dojo ist im Trainingsraum sehr geräumig und sauber. Im einzigen Vorraum des Dojo befindet sich die Unisex-Umkleide. Wem das stört, muss sich im Tiefgeschoss auf der Toilette umziehen. Die Trainingsgruppe ist klein, hilfsbereit und familiär. Es gibt keine spezielle Anfänger- und auch keine Kindergruppe. Neueinsteiger und Anfänger werden hierbei ins laufende Training integriert.Schnuppertraining ist bis zu 4mal möglich. Einzige Bedingungen sind, vorherige Anmeldung zum Probetraining, Sportkleidung und es muss mittrainiert werden.
Bist Du an einem Training im BUJINKAN DOJO TAMONTEN YAMASHIRO interessiert, findest Du die Kontaktdaten und Trainingszeiten im Eintrag meiner Dojo-Liste.

 


NINPO RALPH DOJOTOUR 2018

Alle Berichte bisheriger DOJOTOUR-Besuche ...

 

[2018-09-20] Bujinkan Dojo Tamonten Yamashiro Hamburg

[2018-09-19] Randori Society e.V. Bohmte
[2018-06-08] Bujinkan Dojo Ilmenau e.V.
[2018-06-20] Bujinkan Shugendo Dojo Rostock
[2018-06-22] Bujinkan Dojo Rostock