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DojoTour - Zu Gast im Bujinkan Dojo Rostock


Dirk und Dirk

Kurze Anmerkung, da der Leiter des BUJINKAN DOJO ROSTOCK ebenfalls mit Vornamen Dirk heißt, schreibe ich seinen vollen Namen, also "Dirk Wilken". Steht nur "Dirk" da, ist damit mein Zeichner TAKEZO gemeint.


Der dritte Termin seiner DojoTour, führte Dirk am 22.06. nach Papendorf ins BUJINKAN DOJO ROSTOCK, welches von Dirk Wilken geleitet wird. Papendorf liegt südlich von Rostock und ist damit nicht ganz so zentral wie das zuvor besuchte Rostocker Dojo.

 

Aussenansicht Sportlerheim
Außenansicht

Die besuchte Trainingseinheit war Fortgeschrittenen vorbehalten und thematisch kam erneut der HANBO zum Einsatz. Leider gab es für diesen Dojo-Besuch keine Filmerlaubnis, so dass im Anschluß nur ein paar Fotos vom Mattenbereich des Dojo und eine Außenansicht angefertigt wurden.

 


Im Gespräch mit Dirk Wilken nach dem Training blickte durch, dass unser Anliegen mit der DojoTour nicht klar genug kommuniziert und deswegen missverstanden wurde. Es stellte sich schlußendlich im Gespräch heraus, dass im Rahmen der "DojoTour" durchaus hätte gefilmt werden können... nun, etwas schade - passiert ist passiert. Sicher bietet sich 2019 wieder eine Möglichkeit, wenn Dir das Projekt der DojoTour gefällt und es auf meinen Kanälen entsprechend mit positiven Rückmeldungen (Kommentare, Likes oder Abos) honoriert wird. Ich freue mich jedenfalls auf ein Wiedersehen.

 

Über den Dojo-Besuch gibt es dennoch ein kurzes Video, indem Dirk von seinen Erfahrungen berichtet und demonstriert, was in der besuchten Trainingseinheit geübt wurde.

 


Die Außenaufnahmen der Trainingssequenz sind qualitativ leider nicht so gut geworden, da die Kameras bei dem Wind leider etwas ungünstig positioniert wurden und immer mal die Sonne direkt in die Linse bekamen.


Training im Dojo

Das Bujinkan Dojo Rostock befindet sich im Sportlerheim der Sportanlage "Heinrich Höppner" in Papendorf, und verfügt über einen Mattenraum mit etwa 68 qm Mattenfläche. An den Wänden befinden sich ringsum Halter für die Übungswaffen, weswegen die Mitglieder kein eigenes "Komplettset" an Trainings-Tools benötigen. Grundsätzlich ist es zwar von Vorteil, wenn jeder seine eigenen Übungswaffen besitzt, aber als Anfänger hat man weder einen Überblick, was alles an "Holz" benötigt wird, noch möchte man regelmäßig das "Komplett-Set" herumschleppen. Daher sind die Dojo-Waffen eine große Hilfe. Vorallem wenn mit den weniger üblichen Tools nur ab und an trainiert wird.

Innenansicht 1
Innenansicht 2

 

Ins Training kam Dirk auf den letzten Pfiff, da er die theoretisch passende Autobahnabfahrt wegen einer Baustelle umfahren wollte und eine später nahm. Angekommen im Dojo, stellte man sich in der Umkleide schnell kurz vor und schon ging es ins Training. Das Training selbst begann klassisch mit Angrüßen, kurzer Erwärmung verbunden mit UKEMI GATA (mit HANBO) und anschließendem Training von Basisschlägen und Stockschwüngen aus den Grundstellungen des HANBO JUTSU. Es folgten Kombinationen daraus, die im folgenden Verlauf der Übungen in die Anwendungen einflossen. Trainiert wurde gegen Angriffe mit der Faust, gegen Festhalten am Revers und gegen Messerstiche zum Bauch.

 

Während des Trainings achtete Dirk Wilken sehr auf flüssige und korrekte Bewegungen, Distanz und Timing, sowie korrekter KAMAE. Ferner animierte er zum kreativen Umgang der zuvor geübten Basisschläge und bereits erlernter HANBO-Prinzipien, um die im Training gezeigten Anwendungen variabel zu beenden. Nach dem Training betonte er im Gespräch auch noch einmal explizit, dass im BUJINKAN DOJO ROSTOCK traditionell trainiert wird.

Interview mit Dirk Wilken, dem Dojo-Leiter

Vor und nach dem Training bot sich keine Gelegenheit für ein kurzes Interview mit Dirk Wilken. Vorm Training nicht, weil Dirk selbst knapp vor Trainingsbeginn im Dojo ankam, und danach nicht, weil eines der Dojo-Mitglieder eine kleine Geburtstagsrunde gegeben hat.
Kürzlich bot sich jedoch die Möglichkeit für ein Interview per Telefon, welches Du nun hier nachlesen kannst.

 

DIRK: Seit wann gibt es Euer Dojo?

DIRK WILKEN: Das Bujinkan Dojo Papendorf gibt es seit 2009 und wurde durch große Umbaumaßnahmen fertiggestellt. Es sah hier früher alles ganz anders aus und wir haben sozusagen unser eigenes Dojo hineingebaut.
Angefangen habe ich 1990 allerdings in Parchim, das liegt bei Schwerin, und bin später nach Rostock gezogen, das war 1997. Hier in Rostock gab es bereits eine kleine Gruppe, deren Trainer ich ganz gut kannte. Dieser ist dann aus familiären Gründen nach Nürnberg gezogen und ich habe seine Gruppe übernommen.
Wir haben zuerst im Hafenbahnweg trainiert, das liegt im Toitenwinkel und war ein Kindergarten. Danach sind wir nach Kritzmow umgezogen und haben hier bis 2008 trainiert und seit 2009 sind wir nun in Papendorf.

 

DIRK: Meine Frage zu den eigenen Räumen erübrigt sich ja. Manche Dojo nutzen Trainingszeiten in einer Schulturnhalle, dass war bei uns damals zum Beispiel der Fall. Ihr nutzt vor Ort die Räumlichkeiten auf einem Sportgelände, wie seid Ihr hier integriert?

DIRK WILKEN: Wir sind hier einem Verein als Sektion angeschlossen. Es gibt im Verein verschiedene Sektionen, unter anderem auch MMA (Mixed Martial Arts), welche mein Sohn leitet. Er hat früher ebenfalls Ninjutsu trainiert und ist dann zum MMA gewechselt.

 

DIRK: Hat Euer Dojo Ableger oder gibt es nur das in Papendorf?

DIRK WILKEN: Ja, wir haben nur das Eine. Es gibt in Rostock allerdings noch ein Dojo, welches von einem ehemaligen Schüler von mir geleitet wird. In Parchim gab es mal noch ein Dojo, aber dieses hat inzwischen zugemacht, weil die meisten Mitglieder - bedingt durch Studium und Arbeit - weggegangen sind.

 

DIRK: Wie groß ist Eure Gruppe oder wie viele Mitglieder trainieren bei Euch?

DIRK WILKEN: Also wir sind 14 Erwachsene und Kinder haben wir etwa 16 im Dojo.

 

DIRK: Bietet Ihr über das Ninjutsu-Training hinaus noch andere Bereiche / Kurse an? MMA nanntes Du ja schon als Stichwort, gibt es darüber hinaus noch etwas?

DIRK WILKEN: Wir haben bei uns einen YOGA-Trainer, bei ihm kann man YOGA machen, dass hat aber jetzt mit Kampfkunst im engeren Sinn nichts zu tun. Was wir noch anbieten ist Bogenschießen und auch Survival-Training, welches ich schon länger trainiere. Einmal im Jahr gebe ich ferner in unserem Dojo einen Kurs „Frauenselbstverteidigung“ und im „Ladies First“, dass ist ein Fitnessstudio für Frauen in Rostock, ebenfalls einen Selbstverteidigungskurs über 3 Monate.

 

DIRK: Auf Eurer Website habe ich gelesen, dass die Frauen-SV immer donnerstags stattfindet, ist dies ein regelmäßiges Angebot oder nach Interesse?

DIRK WILKEN: Das Angebot ist per Nachfrage. Es ist aber so, dass viele, die den Kurs schon einmal belegt haben, wiederkommen zum festigen. Im Kurs werden auch neue Themen integriert, bzw. werden die Themen aufgefrischt. Ich biete die Kurse schon ziemlich lange an, so etwa seit 10-12 Jahren. Damit begonnen hatte ich bereits in meiner alten Heimatstadt in einem Fitnessstudio und mir liegen diese Kurse sehr am Herzen. Ich möchte die teilnehmenden Frauen ermutigen, dass sie nicht so zum „Lamm“ werden und sich im alltäglichen Leben behaupten können. Das steht bei mir ganz groß auf der Fahne. Ich habe schon oft gemerkt, dass Frauen heruntergebuttert werden im Leben und sie dadurch kein Selbstvertrauen haben. Durch das Training – ich baue das speziell auf bzw. ist von mir speziell konzipiert – merkt man nach den 3 Monaten, dass die Frauen von sich aus sagen, dass sich da etwas verändert hat. Das Training ist sehr, sehr intensiv und ich glaube, dass macht es dann auch aus.

 

DIRK: Gehen wir mal davon aus, ich habe Interesse und ich bin neu in Rostock angekommen. Wie kann man Euch finden oder welche Kanäle nutzt Ihr, damit man Euch finden kann?

DIRK WILKEN: Als erstes natürlich unsere Homepage, da findest Du unsere Telefonnummer und kannst anrufen. Dann sind wir über unseren Verein zu finden, wenn man diesen angoogelt. Dort stehen wir auch auf der Website drauf. Ferner haben wir eine Facebook-Page, die aber nicht von mir administriert wird.

 

DIRK: Bei Euch werden verschiedene Trainingsgruppen angeboten - Anfängertraining, Fortgeschrittenen-Training und Frauen-SV - gibt es darüber hinaus noch eine Unterteilung?

DIRK WILKEN: Eigentlich nicht. Wir wollen allerdings in absehbarer eine Jugendgruppe aufmachen. Jugendgruppe heißt hier im Alter von 14 Jahren an. Wir haben gemerkt, dass es eine interessante Geschichte ist, wenn Jugendliche untereinander trainieren und sich aufbauen. Es ist eben etwas anderes, wie wenn ein 14-jähriger mit einem Erwachsenen trainiert. Unsere bestehende Kindergruppe wächst ja auch, die Ältesten sind jetzt 13, und Diese können dann in die Jugendgruppe wechseln.

 

DIRK: In welchem Altersbereich liegt Eure Kindergruppe?

DIRK WILKEN: Die Kinder können bei uns mit 6 Jahren anfangen. Es gibt die Überlegung, ob wir die Kindergruppe bis 12 oder 14 Jahre machen. Aber ich denke, wir machen es bis 12 und danach gibt es dann die Jugendgruppe.

 

DIRK: Ich kenne die Problematik selbst auch aus Schulkursen, da gibt es dann Reibungen, wenn die Kleinen mit den Mittleren trainieren sollen im Sinne von: „Ich will nicht mit den Kleinen trainieren!“

DIRK WILKEN: Wie haben hierfür auch einen Trainer, das wird gut funktionieren.

 

DIRK: Probetraining gibt es ja bei Euch laut Website, muss man da irgendetwas beachten?

DIRK WILKEN: Nein, einfach eine Jogginghose oder etwas lockeres zum anziehen mitbringen. Bei uns kann man zweimal zur Probe mittrainieren und sich dabei das Training ansehen. Wenn es dann passt, hat man die Möglichkeit sich anzumelden. Über uns kann man auch seinen Anzug oder Ausrüstung zu einem günstigeren Preis bestellen, wir haben hierfür gute Partner. Ja, und dann bist Du dabei.

 

DIRK: Da es bei Euch auch ein eigenes Anfängertraining gibt, gibt es hier ja auch keine Schwierigkeiten mit der Integration von Neulingen.

DIRK WILKEN: Genau.

 

DIRK: Wie lange trainierst Du selber schon?

DIRK WILKEN: Seit 1990.

 

DIRK: Wie bist Du zum Ninjutsu oder Bujinkan gekommen?

DIRK WILKEN: *lacht* Ja, ich habe die Bücher von Stephen Hayes gehabt...

 

DIRK: *lacht auch* Ok, also wie viele andere auch in dieser Zeit...

DIRK WILKEN: Wie alle glaube ich, und dann auch noch ein paar andere Bücher, aber der Hauptgrund war, ich habe Stephen Hayes gelesen und da war hinten die Adresse von Steffen Fröhlich in Dietzenbach bei Frankfurt abgedruckt. Darauf hin habe ich erst einen Brief geschrieben und später telefoniert und dann bin ich zu meinen ersten Seminaren gefahren. Mit der Zeit hat man sich durch die Seminare in die ganze Materie „hineingewurschtelt“.

 

DIRK: Hast Du vorher eine andere Kampfkunst trainiert?

DIRK WILKEN: Ich habe vorher Kyokushinkai-Karate trainiert, und davor habe ich ein paar Jahre geboxt.

 

DIRK: Welcher Part liegt Dir im Training am meisten? Es gibt ja Kampfkünstler, die trainieren lieber mit Langwaffen oder hantieren gern mit dem Schwert, hast Du einen Lieblingsbereich?

DIRK WILKEN: Hanbo macht mir sehr viel Spaß, dann Tanto, Langwaffen – also Naginata und Bo – damit trainiere ich auch gern, dann Schwert und Taijutsu.

DIRK: Taijutsu durchfließt ja sowieso alle Bereiche.

DIRK WILKEN: Das ist richtig.

 

DIRK: Hat sich bei Dir etwas durch das Training im Leben verändert?

DIRK WILKEN: Hmm, ich glaube das sieht jeder vielleicht auch anders. Aber wenn man sich  mit anderen darüber unterhält, kommt man meistens auf den gleichen Nenner. Ich glaube man wird offener für Alles. Man wird nicht so fremd, man öffnet sich doch gegenüber Menschen und wird offener für Alles. Man ist interessierter, was auch wichtig ist, also dass man Interesse hat und neugierig bleibt. Charakterstärke – weiß ich nicht - sicherlich kommt das irgendwo mit. Selbstbewusstsein. Und Ruhe – damit meine ich, das man auch mal zur Ruhe kommt auf gewissen Ebenen … Doch, es hat sich schon vieles verändert.

 

DIRK: Die Frage, ob Du schon einmal in Japan warst, denke ich, kann man mit "Ja" beantworten. Bist Du oft in Japan?

DIRK WILKEN: Ich fliege jetzt im Frühjahr wieder hin, genauer im März, und ein Schüler von mir fliegt jetzt im Oktober.

 

DIRK: Gab es schon einmal eine Situation, wo Du Deine im Training erworbenen Fähigkeiten anwenden musstest?

DIRK WILKEN: Ja, da gab es schon mal so Situationen. Das eigenartige daran war, dass es eigentlich gar nicht richtig zum Kampf kam. Ich bin hier eher der schlichtende Typ und habe versucht auf gewissen Ebenen die Sache zu schlichten. Es gab sicherlich auch einmal Handgreiflichkeiten, aber das ist schon Jahre her und war nichts Gravierendes.

 

DIRK: Hast Du noch irgendein Statement, welches Du aus Erfahrung heraus den Neueinsteigern und NINPO RALPH-Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

DIRK WILKEN: Also, wenn jemand anfängt mit dem Ninjutsu- oder Ninpo-Training, sollte er geduldig sein. Er soll Geduld mitbringen. So lernt er natürlich auch. Er soll Vertrauen haben zu seinem Lehrer, seinem Trainer oder Mentor und geduldig sein. Ich finde, Geduld und Vertrauen sind zwei wichtige Kriterien. Der Rest ergibt sich nachher von ganz alleine. Diese Weitsicht, dieser Überblick über diese Kunst, um dieses Kihon zu verstehen und um das Fundament aufzubauen, wo man anschließend sein Haus darauf baut. Er sollte den Respekt vor seinen Lehrern nicht verlieren, das ist wichtig, und auch den Respekt vor seinen Trainingspartnern. Im Training sollte man immer weitermachen, nicht aufhören, sondern immer weitermachen – auch wenn es nicht funktioniert – immer weitermachen, irgendwann funktioniert es.

 

DIRK: Eine letzte Frage habe ich noch. Ihr trainiert ja eher traditionell, was verstehst Du unter traditionellem Training?

DIRK WILKEN: Es handelt sich hierbei um eine alte japanische Kampfkunst. Ich versuche die ganzen alten Lehren zu verstehen und zu trainieren und auch diese ganzen Schul-Prinzipien. Sicherlich kann man das Ninjutsu auch modern betrachten. Man kann es auch modern trainieren. Wenn man zum Beispiel mit dem Messer übt, kann man auch moderne Aspekte mit einbauen. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen traditionellem TANTO JUTSU und modernem Messerkampf, denn die Waffenarten haben sich mit den Jahrhunderten ja auch verändert. Wir orientieren uns aber mehr an den traditionellen Prinzipien.

 

DIRK: Danke für Deine Zeit.

Du fühlst Dich angesprochen?

Das Papendorfer DOJO bietet wöchentlich  3 Trainingseinheiten an. Diese verteilen sich auf 2 Einheiten montags (Kinder- und Anfängertraining), sowie eine Einheit für Fortgeschrittene am Freitag. Interessierte Frauen können sich ferner für einen Selbstverteidigungskurs anmelden. Dieser findet bei genügend Teilnehmern donnerstags statt und wird von Dirk Wilken unterrichtet.

 

Darüber hinaus gibt es jederzeit die Möglichkeit zum Schnuppertraining. Dieses ist jeweils am Montag, entweder im Kindertraining für interessierte Kinder, oder in der Anfängergruppe möglich.

 

Die Kontaktdaten und Trainingszeiten des Dojo findest Du hier in der DOJO-LISTE. Klicke dazu einfach den Verweis. Mache Dir am besten ein eigenes Bild und probiere im Schnupper-/Probetraining aus, ob Dir der Trainingsstil und die Kampfkunst liegt.

 


NINPO RALPH DOJOTOUR 2018

Alle Berichte der DOJOTOUR ...


[2018-09-19] Randori Society e.V.

[2018-06-08] Bujinkan Dojo Ilmenau e.V.
[2018-06-20] Bujinkan Shugendo Dojo Rostock
[2018-06-22] Bujinkan Dojo Rostock