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DojoTour - Zu Gast beim Bujinkan Dojo Ilmenau e.V.


Am Freitag, dem 08.06.2018, besuchte Dirk alias "TAKEZO" im Rahmen der "Ninpo Ralph-DojoTour 2018" das erste Dojo. Der Weg führte ihn Richtung Süden nach Ilmenau zum BUJINKAN DOJO ILMENAU e.V. unter Leitung von Carsten Witt.

 

Vorm Training war noch reichlich Zeit, das sich Dirk etwas im Dojo umsehen und diese Gelegenheit für ein Gespräch, sowie ein kleines Interview nutzen konnte. Du findest das Interview unter dem Video.

 

Als große Überraschung stellte sich ein altes TAKENOBO ONI-Poster von 1996, welches gegenüber dem Eingang im Dojo hing, heraus ... :)




Interview mit dem Dojo-Leiter Carsten Witt

DIRK: Seit wann gibt es das Bujinkan Dojo Ilmenau?

CARSTEN: Unser Dojo gibt es seit 1990.

 

DIRK: Habt Ihr eigene Räume oder trainiert Ihr in einer Turnhalle?

CARSTEN: Seit 1998 haben wir ein eigenes Dojo im Erdgeschoß meines Hauses. Zuzüglich bieten wir eine Trainingszeit an der TU Ilmenau an.

 

DIRK: Seid Ihr als Sektion einem Verein angeschlossen, oder wie ist bei Euch das Dojo organisiert?

CARSTEN: Wir haben einen eigenen Verein, den Bujinkan Dojo Ilmenau e.V., gegründet.

 

DIRK: Wie groß ist Eure Gruppe oder wie viele Mitglieder trainieren bei Euch?

CARSTEN: Im Verein sind aktuell 42 Mitglieder registriert. Diese verteilen sich auf die einzelnen Sektionen. Zum Training, wir haben mehrere Trainingszeiten, kommen jedoch nicht immer alle.

 

DIRK: Das war bei uns im SANMON DOJO nicht anders, es gab eine regelmäßig trainierende Kerngruppe und die übrigen Mitglieder kamen, wie es zeitlich passte. Welche Sektionen oder Bereiche bietet Euer Verein denn über das BUJINKAN BUDO-Training hinaus noch an?

CARSTEN: In unserem Verein gibt es neben dem BUJINKAN BUDO noch AIKIDO und SOK KARATE, bzw. stiloffenes Karate als Sektion. Darüber hinaus haben wir als gewerbliche Anbieter noch WING TSUN und QI GONG in unserem Dojo, welche Trainingszeiten anbieten.

 

DIRK: Wenn ich neu und an einem Training bei Euch interessiert bin, wie kann ich Euch finden, bzw. welche Kanäle nutzt Ihr?

CARSTEN: Wir haben eine eigene Internetseite unter www.bujinkan-ilmenau.de, die wird aber gerade überarbeitet und wir nutzen Facebook. Dann natürlich über Mundpropaganda und über den Uni-Sport.

 

DIRK: Werden bei Euch verschiedene Trainingsgruppen angeboten, je nach Level/Kenntnisstand?

CARSTEN: Nein! Wir hatten vor einiger Zeit eine sehr aktive Kindergruppe. Durch meinen Hauptberuf bin ich jedoch viel unterwegs und kann mit den vorhandenen Mitgliedern derzeit keine Kindergruppe ermöglichen.

 

DIRK: Wie werden Anfänger ins Training integriert?

CARSTEN: Bei uns werden Anfänger über eine Art "Schüler-Partnerschaft" ins Training integriert, ähnlich dem japanischen Vorbild. D.h., ein älterer Schüler bekommt die Verantwortung übertragen, sich um den Anfänger zu kümmern und ihm Hilfestellungen bei seinen ersten Schritten zu geben.

 

DIRK: Gibt es Probe- oder Schnuppertrainings?

CARSTEN: In unserem Verein bieten wir Interessierten die Möglichkeit, den ersten Monat beitragsfrei mitzutrainieren. Hier kann der/die Jeweilige schauen, ob das Training etwas für Sie/Ihn ist und ob die Chemie stimmt. Ferner haben wir natürlich auch die Möglichkeit, den/die Trainingsanwärter/in genauer anzusehen und uns unter Umständen gegen eine Mitgliedschaft zu entscheiden.

 

DIRK: Wie lange trainierst Du schon?

CARSTEN: Mit BUJINKAN BUDO habe ich 1990 begonnen.

 

DIRK: Wie bist Du selbst zum NINJUTSU/BUJINKAN BUDO gekommen?

CARSTEN: Ich habe zu DDR-Zeiten "RIU KIU KARATE" mit nord-koreanischer Prägung, militärischer Nahkampf und SHOTOKAN KARATE trainiert, dann KYOKUSHINKAI KAIKAN, KOBUDO und MUAY THAI (Patam Boran) probiert - letzteres auch, um Wettkampferfahrung zu sammeln. Durch Artikel und Technikserien im BUDO JOURNAL bin ich auf NINJUTSU/BUJINKAN BUDO aufmerksam geworden. Erster Trainer war Wolfgang Gröger, dann Armin Dörfler und Andre Stapels / Stefan Marcec (hier 1992 1. Dan).

 

DIRK: Die Gebiete im BBT sind ja breit gefächert, welcher Part liegt Dir am meisten?

CARSTEN: Ich mag die Prinzipien der KOTO RYU und der TAKAGI YOSHIN RYU. Darüber hinaus trainiere ich gern mit praktikablen Waffen des Alltags, wie HANBO, SHINBO, BO-SHURIKEN, FUNDO und ähnliches, also Tools, die Du leicht in Alltagsgegenständen wiederfindest.

 

DIRK: Hat sich bei Dir etwas durch das Training im Leben verändert?

CARSTEN: Ich fühle mich ruhiger und ausgeglichen. Ich mag andere mit Techniken begeistern, wobei ich unter dem Begriff "Technik" eher Prinzipien verstehe und keine starren Formen.

 

DIRK: Warst Du schon einmal in Japan?

CARSTEN: Ja!

 

DIRK: Gab es schon einmal eine Situation, wo Du Deine im Training erworbenen Fähigkeiten im Rahmen der Notwehr anwenden musstest?

CARSTEN: Leider ja!

 

DIRK: Hast Du noch irgendein Statement, welches Du aus Erfahrung heraus den Neueinsteigern und NINPO RALPH-Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

CARSTEN: Das Zeichen NIN steht auch für Ausdauer! Ausdauer sollte man auch immer haben - im gesamten Leben!

Training mit den "Mostly harmless"-Jungs

Ohne jetzt auf Details zu den trainierten Inhalten dieser Übungseinheit einzugehen, einen groben Überblick findest Du im Video, war das Training sehr gut strukturiert.


Es begann mit einer kurzen Erwärmung und Ukemi waza und ging in das eigentliche Thema "Kusari fundo" über. Um ein Gefühl für diese flexible Waffe zu bekommen, wurden Schwünge, Schläge und Blocktechniken geübt. Im Anschluß daran folgte eine Anwendung, die in verschiedenen Varianten demonstriert und trainiert wurde. Carsten ist wichtig, dass im Training keiner wirklich verletzt wird, aus diesem Grund wurde das Fundo während der Partnerübung durch ein Handtuch ersetzt.

 

Gruppenbild Dojo Ilmenau
Gruppenfoto mit den Ilmenauer Jungs nach der gemeinsamen Trainingseinheit

Wer schon einmal mit einem KUSARI FUNDO-Eigenbau trainiert hat, weiß sicher aus eigener Erfahrung, welche "Brandwunden" ein Polyamid/Nylon-Seil hinterlassen kann und wie eng sich so eine Schlinge anfühlt. Desweiteren legte Carsten großen Wert auf saubere Grundschule und wies an entsprechender Stelle darauf hin.

 

Wenn ein: "L-M-A-A!" ertönte, war nicht das gemeint, was Du jetzt vermutlich sofort als Erstes gedacht hast, oder?. Nein, mit "Lächle mehr als Andere!" erinnerte Carsten daran, nicht so verbissen zu üben und wieder lockerer zu werden.

 

Die letzten 15 Minuten wurde der Körper beim KUMI UCHI/RANDORI im Stehen und am Boden noch einmal richtig gefordert, dass mit dem Trainingsende um 22 Uhr auch jede Faser beansprucht wurde. Nach dem Training gab es noch einen Plausch mit den Jungs, eine Möglichkeit, vor der Heimfahrt den Körper wieder etwas herunterzufahren.

Im Ganzen betrachtet, war es eine schöne Trainingserfahrung und die "Mostly harmless"-Jungs sind eine symphatische und hilfsbereite Truppe. Wenn Du in dieser Ecke zuhause bist oder hier studierst, dann schau es Dir auf jeden Fall einmal selber an und nutze den Probemonat.

 

Die Kontaktdaten und Trainingszeiten des Dojo findest Du hier in der DOJO-LISTE. Klicke dazu einfach den Verweis.

 


NINPO RALPH DOJOTOUR 2018

Alle Berichte der DOJOTOUR ...


[2018-06-08] Bujinkan Dojo Ilmenau e.V.
[2018-06-20] Bujinkan Shugendo Dojo Rostock
[2018-06-22] Bujinkan Dojo Rostock