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DojoTour - Zu Gast im Goshinkan Ninjutsu Sakura Honbu Dojo Leipzig


Am 20.06.2019 besuchte Dirk das GOSHINKAN NINJUTSU SAKURA HONBU DOJO in Leipzig-Grünau, welches von Oliver Koß geführt wird. Da es sich hier um KEIN Bujinkan Dojo handelte, war der Besuch im Dojo besonders spannend.

 

Oft wurde Dirk als Leipziger auf das Dojo von Oliver Koß angesprochen, bzw. kamen die Gespräche über Leipzigs Dojo-Szene meistens auch hierauf.

Außenansicht Eingang
Eingang ins Dojo von der Straße her

 

Auf Grund der starken medialen Präsenz des Dojo in den Netzwerken wie zB. YouTube und dem lokalen Fernsehsender LEIPZIG TV, ist das Dojo in der Szene bekannt, erzeugte aber in Selbiger ein gewisses Bild. Dirk, der selbst viele Jahre ein Dojo geleitet und Anfang der 90er mit Anderen lange darum gekämpft hatte, das von Hollywood und billigen Filmen "Made in Hongkong" überzogene Bild des Ninja aus den Köpfen der Leute zu bekommen, hatte bis vor nicht allzulanger Zeit, ebenfalls seine Vorbehalte.

In Gesprächen mit Anderen wurde aber auch Respekt darüber geäußert, was im GOSHINKAN NINJUTSU DOJO in der Vereinsarbeit für Kinder getan wird und darüber hinaus wurde Dirk von Thorsten Ritz, dem Lehrer von Oliver Koß, in das Dojo eingeladen.

 

NINPO RALPH steht nun nicht nur für die BUJINKAN-Szene, sondern möchte darüber hinaus ein breiteres Bild der Szene zeichnen und über den Tellerrand blicken. Was gibt es also besseres, als sich das Dojo und das Training einmal persönlich anzusehen. Es freute mich also sehr, das ich mit meiner Tour das Dojo besuchen durfte, dem Oliver nicht unbekannt, dass Dirk aus dem BUJINKAN kommt.

 

Das Training im GOSHINKAN NINJUTSU SAKURA DOJO beruht zum Teil auf den Grundprinzipien und Techniken des GENBUKAN, das Dojo geht aber seit längerem eigene Wege und hat den Fokus auf GOSHINJUTSU gelegt, was soviel wie Selbstverteidigung bedeutet.

 

Der Dojo-Besuch zeichnete jedenfalls ein völlig anderes Bild und Dirk war bezüglich der disziplinierten und ernsthaften Trainingsatmosphäre, sowie Freundlichkeit positiv beeindruckt. Wie stark nun der Einfluß des GENBUKAN in den trainierten Techniken war bzw. ist, kann ich nur mutmaßen. Als großer Unterschied zum üblichen Training kann aber angemerkt werden, dass im Dojo sehr viel mit KIAI gearbeitet wird, was Dirk aus dem BUJINKAN-Training eher nicht gewohnt ist.

Dirk hat seine Einstellung zum Dojo jedenfalls revidieren müssen, auch wenn er einige Punkte im Marketing des Dojo nach wie vor für sehr unglücklich gewählt hält. Und das Oliver Koß auf Basis seiner Erfahrungen ein eigenes System unter eigenen Namen versucht zu etablieren, darüber kann man nicht viel meckern, gibt es doch auch genügend BUJINKAN-Aussteiger oder noch -trainierende, die ähnliche Wege gegangen sind oder gehen. Das GOSHINKAN erhebt jedenfalls keinen Anspruch darauf, authentisch zu sein, im Sinne der Fortführung und Überlieferung einer langen Ahnenreihe und Tradition, sondern steht dazu, dass es ein Hybrid mit Einflüßen des GENBUKAN ist und dem Fokus Selbstverteidigung.

 

Der Besuch hat sich jedenfalls gelohnt und gezeigt, dass ein persönliches Kennenlernen und Austausch einen anderen Blickwinkel auf ein Dojo und die dahinter stehenden Menschen generieren kann. Ein Sprung über den Schatten, verbunden mit der Bereitschaft, unvoreingenommen über den Tellerrand zu blicken, kann also durchaus Türen öffnen und den Horizont erweitern...

Schweißtreibendes Training

Goshinkan Dojo Kamidama
Blick zum Kamidama

Das Training begann, wie Dirk es auch aus dem BUJINKAN her kennt, mit einem KOTODAMA. Das Ritual war im Grunde fast identisch, allerdings wurde wesentlich mehr Zeit für den spirituellen Aspekt gelassen. Nach dem Angrüßen startete direkt die Erwärmung mit 20 Runden rennen im Kreis, unterbrochen durch einige Einlagen wie Hopserlauf, Anfersen etc... hier schlossen sich dann Liegestütze mit Fäusten auf harter Unterlage, kombiniert mit Hampelmännern und einer weiteren Übung an. Den Abschluß der Erwärmung bildete das Training der UKEMI GATA. Die eigentlichen Trainingsthemen des Hauptteils gliederten sich dann folgendermaßen - SABAKI GATA TAIHENJUTSU - DAKENTAI- und JUTAIJUTSU - SHURIKENJUTSU.

 

SABAKI GATA TAIHENJUTSU

Im ersten Hauptteil der Trainingseinheit ging es um Ausweichbewegungen - eine Möglichkeit, sich nach der anstrengenden Erwärmung wieder etwas herunterzufahren, denn Oliver führte die folgenden Übungen mit jedem Einzelnen nacheinander durch. Als einziger DAN-Träger unter den Schülern wäre Dirk zwar jeweils der Erste gewesen, da er die Übungen aber teils nicht kannte, rückte er an letzte Stelle.
Trainiert wurden TAISABAKI-Formen gegen NUKI HIZA GIRI, gegen HASSO GYAKU KESA GIRI, gegen TSUKI und NUKI UCHI DO GIRI. Oliver war mit einem SHINAI bewaffnet und ging speziell beim SABAKI-Training auf ZANTOTSU SABAKI ein und erklärte die Wichtigkeit, vor jeder Technik den korrekten Abstand zu messen.

 

DAKENTAIJUTSU UND JUTAIJUTSU

Im zweiten Teil des Trainings unterichtete Oliver zuerst einige KERI GAESHI-Techniken mittels verschiedener Konter. Das Training ging dann über zu MATA GAKE (Dirk hätte hier sicher als Gedankenbrücke "Schmetterlingsspreitzer" o.ä. gedacht), um mit dem Training von Würfen das Thema zu beenden. Beim Wurftraining wurde die Trainingsgruppe dann dem Level entsprechend mit einer eigenen Übung betraut. Für die Anfänger bis zur Mittelstufe erklärte Oliver KOSHI NAGE und die Fortgeschrittenen übten SEOI NAGE.

 

SHURIKENJUTSU

Im letzten Trainingsteil demonstrierte Oliver das Werfen von SHAKEN und BO-SHURIKEN.
Da Wurfsterne verboten sind, wurde hier mit biegsamen Hartgummi-Sternen der Marke "Shinobiya" aus Japan geübt und anstelle der Stabklingen kamen HASHI, die klassischen Essstäbchen aus Bambus vom Chinesen um die Ecke, zum Einsatz.
Letztere waren der Flugeigenschaft wegen etwas mit Tape gepimpt, um den Schwerpunkt zu verbessern. Als Ziel dienten alte Pappkartons und bei korrektem Wurf, blieben die Gummisterne und Bambusstäbchen sogar stecken... ein interessanter Spaß... :)

Shuriken aus Gummi

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Eindrücke vom Trainingsbesuch kannst Du Dir auch hier im Video auf meinem YouTube-Kanal ansehen...



Im Training selbst wurde nicht viel herumgealbert, sondern konzentriert geübt - dementsprechend intensiv war die Trainingserfahrung. Auch der Trainer hielt seine Erklärungen sehr knapp, ging dann aber herum und verbesserte oder demonstrierte noch einmal. Dadurch ging es ohne große Unterbrechungen hintereinanderweg. Hinzu kam die Wärme im Dojo, dass auch Dirk sich eine Art HACHIMAKI-Stirnband mitbrachte und umband, denn das eigentlich dafür vorgesehene kleine Handtuch reichte nicht und störte eher...

 

 

Fakten zum Dojo

Das Dojo befindet sich im Leipziger Westen so ziemlich am Stadtrand im Stadtteil Grünau, genauer im Wohnkomplex 7 (WK7) in der Plovdiver Straße. Seit knapp 10 Jahren befindet sich das Dojo hier an diesem Standort, existiert aber bereits schon länger in Leipzig. Es handelt sich um einen ehemaligen DDR-Platten-Flachbau, in welchem das Dojo über mehrere eigene Räume verfügt. Neben eigenen Umkleiden für Frauen und Männer gibt es ferner einen Aufenthaltsraum (zB. für wartende Eltern), ein Dojo mit knapp 90 qm Mattenfläche und einen kleineren Sportraum. Hinter dem Dojo ist darüber hinaus in einem Außenareal ebenfalls Training möglich, allerdings auf Asphalt.

 

 

Das Dojo ist gut ausgerüstet, damit jeder Trainingsteilnehmer optimal üben kann, auch wenn er nicht über die nötigen Trainingstools verfügt. An der Betondecke befinden sich diverse Ösen zur Aufnahme von Kletterutensilien wie Seile und Strickleitern etc. allerdings ist das Dojo in der Raumhöhe nicht mit einer Trainingshalle vergleichbar. Ein Großteil der angemeldeten Teilnehmer sind Kinder, genauer etwa 110 von insgesamt 150 Mitgliedern. Im hinteren Turnraum steht ihnen unter anderem auch eine Kletterstrecke mit typischen Handgriffen zur Verfügung, wie man es aus einer Kletterhalle kennt.

 

Die Anfahrt zum Dojo ist ohne Probleme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln realisierbar. Kommt man aber aus anderen Stadtteilen, benötigt man zur Anreise locker auch mal eine Stunde, je nach Startpunkt. Mit dem Pkw ist die Fahrt zum Training kein Problem, denn vorm Dojo und im Umfeld gibt es genügend Möglichkeiten zum parken.

Kurz gefragt, ausführlich beantwortet

Nach dem Training bot sich etwas Zeit, um noch ein paar Fragen zum Dojo, zum Training und zum Dojo-Leiter selbst zu stellen:

 

DIRK: Seit wann bzw. wie lange existiert Euer Dojo bereits?

OLIVER: Unser Training selbst gibt es schon länger in Leipzig, unser Dojo hier gibt es am 02.07. nächstes Jahr 10 Jahre. Das werden wir feiern und es wird sicherlich etwas Großes werden.

 

DIRK: Jetzt hast Du erzählt, das Ihr hier an dieser Adresse seit fast 10 Jahren seit, wo wart Ihr da vorher gewesen?

OLIVER: Vorher waren wir im Pötschker Weg im ehemaligen Kickbox-Verein - den gibt es jetzt nicht mehr - im Keller eingemietet und haben hier jahrelang trainiert. Danach hatten wir eine Räumlichkeit im Jugendzentrum, wo ich unterrichtet habe. Da wurden es allerdings so viele Kinder, dass ich mich unbedingt kümmern musste und dann hatten wir hier den Glücksgriff gemacht.

 

DIRK: Ok, jetzt komme ich selbst ja aus dem BUJINKAN und wie hast nun aber Du zum Ninjutsu gefunden bzw. wie ist so Dein Weg gewesen?

OLIVER: Mein Papa hat BUJINKAN gemacht...

DIRK: Ah, ok...

OLIVER: ...ja, ich habe angefangen mit KARATE - mein Papa damals auch -  er hat BOXEN, KARATE und AIKIDO gemacht und ich habe ebenfalls KARATE und AIKIDO trainiert. Bin dann irgendwann parallel zum KARATE mit ins Training reingesprungen. In der Zeit habe ich schnell festgestellt, dass es wesentlich effektiver ist, also mehr mein Ding. Irgendwann später hatte ich den Thorsten Ritz kennengelernt - hatte zwischendurch auch noch 3 Jahre KICKBOXEN trainiert - und habe dann mit GENBUKAN angefangen. Insgesamt trainiere ich jetzt seit 41 Jahren durchweg.

 

DIRK: Inzwischen bist Du ja nicht mehr beim GENBUKAN, das heißt, Du hast was Eigenes gegründet?

OLIVER: Ja, das GOSHINKAN. GOSHINKAN heißt übersetzt nichts anderes als Selbstverteidigung, also "Städte, oder Ort der Selbstverteidigung" - da haben wir den Schwerpunkt drauf gelegt. Natürlich versuchen wir die traditionellen Techniken und so gut es geht, auch die Grundlagen alles weiter mit zu unterrichten. Die Leute kommen halt nicht mehr hierher, weil sie eine Kampfkunst erlernen wollen, also die Wenigsten zumindest, sie wollen sich verteidigen können und dementsprechend muss man ein anderes Konzept haben.

Das weißt Du ja selbst, wenn man eine Kampfkunst erlernt, bist Du die ersten Jahre trotzdem angreifbar und kannst dich nicht verteidigen...

 

DIRK: Wie groß ist Euer Dojo bzw. wie viele Schüler trainieren hier bei Euch?

OLIVER: Also ich habe jetzt 150 Schüler, davon sind 110 Kinder. Es sind 4 Gruppen und eine fünfte habe ich jetzt eröffnet. Die Gruppen bewegen sich alle etwa um die 20 Kinder und Erwachsene sind so zwischen 30 und 40.

 

DIRK: Neben dem was wir heute trainiert haben, gibt es da noch andere Sachen? Du bietest ja auch noch andere Sachen an, was wäre das?

OLIVER: Also Schwerpunkt ist natürlich das Kampfkunsttraining. Wir haben dann noch die "Turntiger", weil ich finde, dass Kampfkunsttraining schon sehr grenzwertig ist, wenn man das schon mit 5 Jahren beginnt. Wir beginnen bei uns im Dojo mit 5 Jahren und die Kleinen in der Gruppe sind von 5-7 Jahre. Das Bewegungsangebot für Kinder unter 5 Jahre ist in Leipzig auch nicht besonders groß und da hatten vor einem Jahr meine Frau und ich die Idee, da unsere Kleine weit weg zum Kindersport ging, welches auch nur bis 3 Jahre angeboten wurde, hier etwas Eigenes zu machen und so haben wir die "Turntiger" gegründet. Das Angebot wird sehr gut angenommen und hier handelt es sich einfach um altersgerechte Bewegungsschule, bißchen Gleichgewicht und das sie auch schon mal lernen, einen kleinen Parkour zu laufen. Die Eltern leiten ihre Kinder in dem Parkour und so gibt es auch noch eine Gemeinsamkeit zwischen Eltern und Kinder für eine Stunde und das ist unser zusätzliches Angebot.

Darüber hinaus haben wir einmal die Woche morgends Gymnastik, das wird nicht so gut angenommen...

DIRK: Für die Älteren?

OLIVER: ... ja, genau. Aber was heißt Ältere, das können auch Jüngere machen. Eine zeitlang war es mal sehr gut angenommen, das hat sich aber etwas verlaufen. Ich habe hier eine kleine Gruppe, die gehört schon so zum Dojo und die kommt regelmäßig einmal die Woche.

Außerhalb des normalen Trainings bieten wir noch KENJUTSU an, weil es sonst einfach nicht passt - auch platzmäßig - und das war es dann auch schon vom Angebot her.

 

DIRK: Ich bin ja nun Leipziger, kann also nicht wie üblich sagen: "Stell' Dir vor ich bin neu und hierhergezogen..."... *lacht* ...also wie seid Ihr präsent, oder für Jemand, der noch nie etwas davon gehört oder damit zu tun hatte, wie kann er Euch finden?

OLIVER: Also im Internet sind wir nicht wenig vertreten... *lacht auch* ...wahrscheinlich. Also wir haben 2 Internetseiten www.ninjutsu-leipzig.de und www.ninjutsu-sachsen.de. Bei Facebook gibt es einige Seiten, wo man uns finden kann. Bei GoogleMaps findet man uns auf jeden Fall, das ist mit das Wichtigste und ja, man kann uns nicht übersehen glaube ich... *beide lachen* ...

DIRK: In Leipzig zumindest nicht...

OLIVER: Bei Instagram, YouTube...

 

DIRK: Ja, na Du bist da sehr aktiv. Wie ist das als Anfänger, habt Ihr eine eigene Anfängergruppe oder werde ich ins laufende Training integriert?

OLIVER: Anfänger werden auf jeden Fall mit ins laufende Training integriert, weil es einfach rein zeittechnisch nicht anders ginge. Da würde ich auch den Fortgeschrittenen Trainingszeit klauen, weil, das Training kann eben hauptsächlich nur in den Abendstunden stattfinden. Wir verfolgen hier auch das Konzept, dass die Anfänger, um sich auch zu motivieren, mit den Fortgeschrittenen zusammen trainieren. Es ist auch in den wenigsten Fällen - bei den Anfangsgrundlagen vielleicht - ein Einzeltraining, weil jeder seine Rollen macht etc., aber sobald die Partnerübungen beginnen, trainieren auch nicht die Anfänger untereinander zusammen. Zumindest meistens nicht. Heute war es ausnahmsweise mal so, aber ansonsten trainiert immer ein Fortgeschrittener mit einem Anfänger, der ihm die Technik vielleicht auch mal erklärt, damit dieser sich den Details bewusst wird und parallel in seiner Laufbahn auch schon einmal das Unterrichten etwas mit lernt. Ich bin immer dabei und korrigiere auch wenn etwas nicht richtig ist und so wachsen die Anfänger.

Die Anfänger sollen ihre Grundlagen schon machen, aber ich sagte ja bereits, ein großer Schwerpunkt ist bei uns die Selbstverteidigung und das kann man den Anfängern in einfachen Techniken, das ist dann eher MMA statt NINJUTSU, auch angedeihen lassen. Vorallem wie man sich Verhält und auch Prävention, das gehört ja alles mit dazu.

 

DIRK: Ich habe bei Euch auch schon gesehen, bzw. habe ich es bereits auch so in meiner Dojo-Liste hinterlegt, das Ihr ja für die Altersgruppen unterschiedliche Gruppen anbietet, teilt sich das bei den Erwachsenen auch irgendwie?

OLIVER: Nein, allerdings habe ich momentan viele 12-jährige bei den Erwachsenen. Das ist irgendwie eine gesellschaftliche Entwicklung. Die Jugendlichen sind zum Teil in der körperlichen Entwicklung schon soweit, dass ich sie jetzt schon mit 12 in die Erwachsenengruppe wechseln lasse. Vorher war das mal zwischen 13 und 14 Jahren. Dementsprechend habe ich viele Jugendlichen dabei, aber nach oben gibt es keine Grenze.

DIRK: Viele Jugendliche sind heute auch schon sehr groß mit 12.

OLIVER: Es gibt aber auch Ausnahmen. Es geht auch andersherum, denn es gibt auch Jugendliche im Alter von 13, die lasse ich lieber noch bei den Kindern trainieren, weil sie körperlich noch nicht so weit entwickelt sind. Das entscheide ich individuell.

 

DIRK: Komme ich zur nächsten Frage. Warst Du schon einmal in Japan trainieren?

OLIVER: Nee, leider nicht. Ich habe zum Glück gute Leute, zB.: wie mein Vater, der schon in Japan war, und seit vielen Jahren den Thorsten Ritz, der viele Jahre in Japan weilte. Ich bin also direkter Schüler von Lehrern, die in Japan waren.

 

DIRK: Gibt es ein Teilgebiet, was Dir besonders gefällt oder was Du gern trainierst?

OLIVER: Eigentlich habe ich da keine Schwerpunkte, ich mache alles gern. Das muss auch so sein, sonst würde ich vermutlich den Schwerpunkt mehr unterrichten. Der Schwerpunkt bei uns im Training liegt natürlich - weißt Du ja selbst, 1000 Waffen und hier hängt auch eine Menge herum, aber das kannst Du gar nicht alles unterrichten - auf Kurzstock, Langstock, Schwert auf jeden Fall, Bogen schießen und dann noch das SHURIKENJUTSU. Das KUSARI FUNDO nehmen wir noch viel mit hinein, da es eine gute Selbstverteidigungswaffe ist, wenn man da an Schlüsselkette, Gürtel etc. denkt.

 

DIRK: Musstest Du Deine Fähigkeiten schon einmal benutzen und hat es Dir geholfen?

OLIVER: Öfters hier in Grünau. Und ja, es hat mir sehr geholfen. In der Situation weißt Du auch nicht, hast Du jetzt NINJUTSU gemacht!?...

DIRK: Das spielt auch keine Rolle...

OLIVER: Genau, Du hast Dich eben verteidigt. Im Endeffekt ist es auch das, was ich meinen Schülern erzähle, dass man einfach im richtigen Moment den Schalter umlegen und dann hoffentlich von dem, was man gelernt hat, etwas anwenden kann.

 

DIRK: Meine abschließende und wichtigste Frage überhaupt... ;) ...hast Du ein Tipp oder Statement, was Du den NINPO RALPH-Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

OLIVER: Also ich kann nur sagen, NINPO RALPH-Leser, bleibt Dirk treu... *beide lachen* ...macht Euch auch mal die Mühe und schaut Euch nicht nur in der DojoTour Euer Video an, was bei Euch gedreht wurde, sondern auch mal bei den Anderen. Schaut mal über den Tellerrand hinaus. Ich denke, das hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Und ich glaube, das was ich heute hier habe ist nicht schlecht und Qualität wird immer Bestand haben. Und das kann man nicht halten, wenn man sich sagt, man kann schon alles. Und ich habe noch so viel zu lernen, da reichen zwei weitere Leben nicht aus. Man muss auch ein bißchen mit dem Zufrieden sein, was man hat. Man soll leben - nicht in der Vergangenheit. Der Japaner sagt ja, lebe mit einem Auge in der Vergangenheit, mit einem Auge in der Zukunft, aber das Wichtigste ist das Jetzt.

 

DIRK: Oliver, danke für Deine Zeit und das ich kommen durfte.

OLIVER: Ich danke Dir für Deinen Besuch.

Probetraining möglich?

Im Dojo ist wochentags ein tägliches Training möglich. Fühlst Du Dich angesprochen, findest Du die Kontaktdaten zum Dojo und die aktuellen Trainingszeiten hier in meiner Dojo-Liste. Kinder können ab einem Alter von 5 Jahren ins Training einsteigen und eine der Anfängergruppen besuchen. Im Kinderbereich wird das Training in einen Anfänger-Level und Fortgeschrittenen-Stufe unterschieden. Bei den Erwachsenen-Kursen gibt es diese Aufteilung nicht.

Neben dem Kampfkunst- / Selbstverteidigungstraining bietet das Dojo auch KENJUTSU (Kunst im Umgang mit dem Schwert) an, sowie ein Einstiegstraining für die ganz Kleinen in der Gruppe "Turntiger".

 

Empfehlenswert ist grundsätzlich, sich ein eigenes Bild vom Training, dem Trainer und der Gruppe zu machen, dafür ist im Dojo ein Probetraining jederzeit möglich - allerdings solltest Du Dich oder Dein Kind am besten vorher anmelden. Das Dojo öffnet wochentags täglich 15 Min vor der ersten Trainingseinheit.

 


Alle Berichte bisheriger DOJOTOUR-Besuche für 2019 ...

[2019-06-20] Goshinkan Ninjutsu Sakura Dojo Leipzig-Grünau

[2019-04-29] Tengu Dojo Berlin-Pankow

[2019-02-25] Kuroi Ronin Dojo Cottbus

[2019-02-19] Shinobi Warrior Dojo Jena