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Schneller als der Schall und verdammt tödlich - Wurfsterne der Ninja


...klingt heftig, wäre als Titel zu diesem Thema aber ebenso passend gewesen. In einem nicht ganz ernstzunehmenden Waffenmagazin der Blitz-ILLU erschien irgendwann zwischen 1993 und 1994 ein kurzer Beitrag über die Wurfsterne der Ninja. Der NINJA BOOM war zu dieser Zeit noch deutlich spürbar und ich möchte hier einmal mit eigenen Worten die Aussagen zusammenfassen, wobei ich mich auf die im Beitrag vorkommenden Schlagwörter und Angaben stütze...

 

 

Pfeilschnelle Ninja-Kampfsterne werden der japanischen Mafia als Wurfgeschosse zugeordnet

Im Detail handelte es sich beim erwähnten Beitrag um eine Serie über Spezialwaffen mit Infobox-Charakter. Der Artikel selbst gibt an, dass die Wurfsterne hauptsächlich von den Yakuza, der japanischen Mafia benutzt werden, wobei es keinen weiteren Bezug zu irgendeiner anderen Personengruppe gibt. Ein Verweis auf Ninja oder Shinobi als Nutzer kommt also nicht weiter vor, außer dass die Shaken immer wieder als "Ninja-Stern" oder "Ninja-Kampfstern" bezeichnet werden. Die "mörderischen" Wurfsterne selbst werden im Text aus feinpoliertem Stahl bestehend beschrieben, die mit ihren meist 4-6 Zacken aber recht harmlos aussehen. Die Zacken seien "nadelspitz" und "rasierklingenscharf". Unter den technischen Daten ist das Material noch spezifizierter als "Edelstahl" angegeben und dass es Ausführungen von Sternen mit 3-8 Zacken gibt. Sie seien scharf wie "Rasierklingen" und "pfeilschnell".

 

 


ANMERKUNG 1)

Alte Shuriken-Tasche
Shuriken-Tasche aus den 90ern

In solchen Kunststoff-Gewebe-Gürteltaschen wurden in den 90ern scharfe Wurfsterne verkauft. Aufgenäht auf dem Anzug als verdeckte Tasche, waren sie auch für Taschentücher gut geeignet... :)

Es gab in dieser Zeit tatsächlich einen sehr scharfen Edelstahl-Wurfstern mit dem Schriftzug "YAGYU-NINJA" in ähnlicher Grundform wie ein SEMBAN.
Dieser Stern war auf Grund seiner Schärfe und Größe so unhandlich, dass man sich bereits beim falschen Greifen sehr stark selbst schneiden konnte...

 


Jetzt stell' Dir einmal vor, Du hättest als historischer Ninja neun Stück davon als Stapel irgendwo in der Kleidung getragen und im Eifer des Kampfes nach ihnen gegriffen. Bei aller Geschicklichkeit muss einem klar sein, dass sehr scharfe Wurfsterne mit einer Klinge über die komplette Außenkante einfach nur unpraktisch gewesen sein mussten - beim Transport, als auch bei der Handhabung.


 

 

Interessant ist die vom Autor angegebene Wurfweite von knapp 200 m, wenn der Stern fachgerecht geworfen wurde. Die Ausbalancierung wird, bei einem Gewicht von etwa 300-400 Gramm, mit dem einer Frisbee-Scheibe verglichen, wobei der Stern eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 80 km/h erreichen kann.

 

Der Artikel geht ferner noch auf die möglichen Folgen bei einem Treffer ein, wobei man entweder bis auf die Knochen geschnitten wird oder die Spitzen wie Messer tief in den Körper eindringen. Der Wurfstern konnte dadurch stecken bleiben.

Um dem Ganzen mehr Aussagekraft zu verleihen, wurden in einem Foto zwei dieser ausgestanzten, stumpfen Blechsterne mit aufgeprägten Schriftzeichen auf jeder Zacke zur Untermauerung abgebildet, die der Beschreibung im Text in keinster Weise gerecht werden... ;)


ANMERKUNG 2)

Wurfsterne zählen seit vielen Jahren in Deutschland zu den verbotenen Gegenständen. Vom Verbot ausgenommen sind Varianten aus biegbarem Gummi - welche als Spielzeug eingestuft sind.

Zum Zeitpunkt des Beitrages in der Blitz-ILLU waren Wurfsterne in Deutschland noch legal zu erwerben, im Beitrag selbst wurde aber vermerkt, dass sie in Deutschland verboten sind, weil sie "schreckliche" Verletzungen hervorrufen können. Das Verbot kam jedoch erst am 01.04.2003.

In Kampfkunst- und Messershops waren Wurfsterne vor dem Verbot oft als hübsche "Briefbeschwerer" oder "Deko" deklariert. Preiswertere kleine Ausführungen konnten auch als Kettenanhänger getragen werden, bzw. waren als solche gedacht. Es gab in den 90ern zwei Wurfstern-Varianten aus Edelstahl, die tatsächlich extrem scharf geschliffen waren.

Das damit auf kurze Distanz eine Wurfgeschwindigkeit von bis zu 80 km/h möglich ist, ist je nach Wurfstärke irgendwo hinnehmbar. Eine Distanz von 200 m Wurfweite ist dann aber doch sehr unrealistisch und vielleicht einem Kommastellen-Fehler geschuldet. Wurfsterne könnten auch zum Tod des Getroffenen geführt haben (abhängig von Art und Größe, sowie von getroffener Stelle), ihr Zweck lag aber eher in der Ablenkung und Verletzung, um dann entweder mit dem KATANA den tödlichen Hieb zu versetzen oder um zu flüchten.